Weltwassertag 2012: Tausende Liter fürs tägliche Essen

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Im Haushalt verbraucht jeder von uns geschätzte 127 Liter Wasser, und das jeden Tag. Damit nicht genug: Um das tägliche Essen für eine Person zu erzeugen, braucht es zusätzlich 2 000 bis 5 000 Liter Wasser. Auch für den Ernährungssektor ist die kostbare Ressource Wasser unerlässlich. Der heutige Weltwassertag erinnert daran.

 

Das bedeutet der „Wasser-Fußabdruck“

Das Motto des diesjährigen Weltwassertages heißt „Wasser und Nahrungs*sicherheit“. Der Hintergrund: Um Lebensmittel zu erzeugen, braucht es mehr Wasser, als manch einer sich vorstellen mag. Das betrifft verschiedene Stufen der Produktionskette, etwa die Aussaat von Pflanzen, die Bewässerung von Feldern, die Futtererzeugung für Nutztiere – bis hin zum fertig verpackten Lebensmittel. Um zu veranschaulichen, welche Mengen Wasser für einzelne Lebensmittel notwendig sind, wurde der „Wasser-Fußabdruck“ entwickelt. Ähnlich wie der CO2-Fußabdruck – dieser erfasst den Kohlendioxidausstoß – betrachtet der Wasser-Fußabdruck, wie viele Liter Frischwasser während der gesamten Herstellung anfallen.


Die Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschafts*organisation der Vereinten Nationen (FAO) zeigen: Vor allem die Produktion tierischer Produkte wie Milch und Fleisch verbrauchen Unmengen an Wasser (siehe Abbildung links). Allein für die Erzeugung eines Rindsteaks fallen 7 000 Liter an – was unter anderem mit der Haltung und Fütterung der Tiere zu tun hat, aber auch mit allen Verarbeitungsschritten, die zwischen Schlachtung und Verarbeitung des Fleischs liegen. Für ein einzelnes Glas Milch braucht es 200 Liter Wasser. Und selbst eine kleine Tasse Kaffee hat, wenn sie duftend vor uns steht, bereits zwischen Bohnenanbau und Transport 140 Liter Wasser in Anspruch genommen. Das entspricht einer gefüllten Badewanne.
 

Wasserverbrauch – ein globales Problem

Wasser und Ernährung hängen weltweit eng miteinander zusammen. Vor allem die wachsende Weltbevölkerung wird die Nachfrage nach frischem Wasser und genügend Nahrungsmitteln in Zukunft weiter verschärfen. Zukunftsprognosen der Vereinten Nationen zeigen, welche enormen Versorgungslücken aufklaffen: Bis 2025 werden 1,8 Milliarden Menschen in Regionen mit großer Wasserknappheit leben. Bis 2050 werden die neun Milliarden Erdbewohner 70 Prozent mehr Nahrung brauchen als heute. Experten fürchten Hungersnöte und eine Übernutzung von Wasserressourcen und Ökosystemen. Auch das wirtschaftliche Wachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern hat großen Einfluss: Mit wachsendem Wohlstand wächst auch die Nachfrage nach Fleisch, dessen Erzeugung besonders wasserintensiv ist. Im reichen Europa ist es seit Jahrzehnten üblich, so viel Fleisch zu konsumieren, wie man möchte.
 

Was wir hierzulande tun können

Auch hierzulande könnte die Ressourcenknappheit eines Tages spürbar werden. Etwa dann, wenn Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis oder Soja sprunghaft steigen würden. Der Weltwassertag mahnt deshalb, maßvoller mit Lebensmitteln umzugehen. Konkret heißt das: Nur die Lebensmittel kaufen, die man braucht. Die derzeitige Lebensmittelverschwendung ist zu hoch. Wer weniger Reste wegschmeißt, kann an Verpackung, Müllentsorgung und auch an Wasser sparen. Umweltschonend ist auch eine nachhaltige Ernährungsweise, die vor allem Biolebensmittel, regionale und fair gehandelte Lebensmittel sowie eine vegetarische Ernährung umfasst. Darüber hinaus müssen die Wasservorkommen weltweit gesichert werden, sowohl was Quantität als auch Qualität betrifft. Außerdem müssen Technologien entwickelt werden, die es ermöglichen, mit weniger Wasser mehr Nahrung zu produzieren.

Quelle: http://www.test.de

Zuletzt geändert am: May 10 2012 um 7:20 PM

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